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Gemeinsamer Jahreskongress von IGÄM und DGKZ in Lindau

In der erst neu gebauten Inselhalle in Lindau, direkt am Bodensee, fand in diesem Jahr der gemeinsame Jahreskongress der Internationalen Gesellschaft für Ästhetische Medizin e.V. (IGÄM) und der Deutschen Gesellschaft für Kosmetische Zahnmedizin e.V. (DGKZ) statt. Unter dem Motto „Future Trends in Medicine & Dentistry“ wurde am 15. und 16. Juni gleichzeitig auch das 15-jährige Jubiläum der DGKZ-Jahrestagung gefeiert. Für
diesen besonderen Anlass war das Angebot für die Teilnehmer über zwei Tage mit einem hoch informativen Vortragsprogramm mit namhaften Referenten sowie mehreren Symposien und Workshops groß.

Ästhetik spielt heute eine entscheidende Rolle. Zahnärzte und Chirurgen sehen sich nicht nur mehr in der Pflicht, gesundheitliche Probleme zu lösen, sie sollen auch das optische Erscheinungsbild ihrer Patienten verbessern. Um den steigenden Ansprüchen gerecht zu werden, ist High-End-Zahnmedizin gefragt, denn die Qualität der zahnärztlichen Leistung entscheidet über den Erfolg und die Zufriedenheit des Patienten. Genau hier setzen die DGKZ und IGÄM an und boten zur 15. Jahrestagung ein breit gefächertes Angebot für Zahnärzte und Fachärzte der Ästhetischen Medizin.

Was macht ein schönes Gesicht eigentlich aus?

Eröffnet wurde der Jahreskongress von den Präsidenten der IGÄM, Prof. Dr. Dr. Werner L. Mang/Lindau, und der DGKZ, Dr. Jens Voss/Leipzig, sowie dem Oberbürgermeister Lindaus, Dr. Gerhard Ecker. Das Thema Ästhetik und wie Schönheit überhaupt wahrgenommen wird, stand über die beiden Kongresstage sowohl aus medizinischer als auch zahnmedizinischer Sicht im Fokus.
So gab es am Freitag das Symposium „Das schöne Gesicht“. Hier widmeten sich verschiedene hochkarätige Referenten dem Thema aus verschiedensten Blickwinkeln. So gab z. B. Herr Prof. Dr. Wolfgang G. Locher, M.A./München einen historischen Überblick, wie sich in der Geschichte das Verständnis eines schönen Gesichts entwickelt und gewandelt hat. Frau Dr. Lea Höfel/
Garmisch-Partenkirchen erläuterte in ihrem Vortrag, worauf Männer und Frauen beim eigenen wie anderen Geschlecht im Gesicht achten, was genau als schön empfunden wird und warum bestimmte Merkmale, wie z. B. große Augen, volle Lippen oder ein markantes Kinn, als attraktiv gelten. Was bei einer Veränderung des Gesichts möglich ist, wie das Verhältnis von Patientenerwartung und Umsetzbarkeit gefunden werden kann, erläuterte Prof. Dr. Edgar Biemer/München in seinem Vortrag auch anhand von Fallbeispielen aus seiner Praxis. Dr. Andreas
Britz/Hamburg betrachtete das Thema aus dermatologischer Sicht, während DGKZ-Präsident Dr. Jens Voss darauf einging, welche wichtige Rolle Zähne in der ästhetischen Wirkung eines Gesichts spielen.

   

Demonstrationen live vor Ort

Auch am Samstag fanden für die ästhetisch tätigen Mediziner weitere Vortragsreihen statt. Vor allem die
Themen Haartransplantation und Brustchirurgie standen dabei im Mittelpunkt. Dabei wurden auch internationale Referenten begrüßt, darunter gleich drei US-amerikanische
Ärzte. Dr. Ron Shapiro/Bloomington hielt z. B. einen Vortrag zum Thema Hairline Design, während Dr. Robert Leonard/Boston Tipps zu Sprechstunden für Haarpatienten gab. Dr. Ed Epstein/Virginia erläuterte spezielle Techniken bei der Follicular Unit Extraction (FUE) und zeigte neuste Trends auf.

Zusätzlich zu beiden Vortragstagen konnten die Teilnehmer
auch Live-Demonstrationen und Workshops beiwohnen. So stellte Dr. Jens Altmann/Lindau am Stand der Firma Allergan die „CoolSculpting“-Methode vor, die eine Möglichkeit bietet, überschüssiges Fett am Körper ohne Operation zu entfernen. Zudem gab er zusammen mit dem Unternehmen miraDry einen Workshop zur nachhaltigen Entfernung von Achselschweiß,
ebenfalls ohne Operation. Dr. Bruce Reith/München und Dr. Stefan Lipp/Düsseldorf stellten dagegen in ihrem Workshop mit der Firma Teoxane HA-Treatments von der Oberfläche in die Tiefe vor.

Verbindung von Theorie und Praxis

Für Zahnärzte fanden die Hauptvorträge zwar erst amSamstag statt, doch bereits am Freitag lud die DGKZ zu den schon im vergangenen Jahr sehr erfolgreichen „Table Clinics“ mit Diskussionsrunden und praktischen Anwendungsmöglichkeiten ein. Neben Dr. Voss betreuten diese Dr. Arzu Tuna/Attendorn, Köln, Dr. Mark Sebastian/München und Prof. inv. Dr. Jürgen Wahlmann/Edewecht. Dabei fanden sich die Teilnehmer in drei Gruppen zusammen, welche dann im Wechsel an jedem „Round Table“ einem der Referenten Fragen stel-len konnten. Dr. Tuna informierte über „effiziente Seitenzahnrestaurationen mit System“, während Dr. Voss ästhetische Lösungen ohne Schädigung der Zahnsubstanz bei der Korrektur des Frontzahnbereichs vorstellte. Dr. Sebastian stellte „Ästhetik und Funktion mit Invisalign im digitalen Workflow“ vor, während Prof. inv. Dr. Wahlmann „neue Wege der ästhetischen Versorgung mit semipermanenten Restaurationen“ zeigte. Diese Themen wurden in den Hauptvorträgen für Zahnärzte am Samstag noch einmal vertieft. Nachdem Prof. inv. Dr. Wahlmann bereits über neue Wege der ästhetischen Versorgung in den Table Clinics gesprochen hatte, ging er nun näher auf das Konzept „Smile Design“ ein. Er zeigte anhand von Fallbeispielen, was vor allem mit guten Zahntechnikern im Bereich der Prothetik alles möglich ist. Im Anschluss widmete sich Dr. Martin Jaroch, M.Sc. der „Zahnmedizin im Spannungsfeld zwischen Kosmetik und Ästhetik“. Dabei erklärte er am eigenen Beispiel, warum es sich für einen ästhetisch tätigen Zahnarzt lohnt, auch fundierte Kenntnisse in der Kieferorthopädie zu haben.

Auch in diesem Jahr konnte die DGKZ wieder ausländische Referenten für ihren Jahreskongress gewinnen. So widmete sich z. B. Prof. Dr. Liu Feng/Peking, China der High-End-Zahnmedizin via Chairside, während Prof. Dr. Nezar Watted/Jatt, Israel über multidisziplinäre Behandlungen in der Ästhetischen Zahnmedizin sprach.

     

 

Interdisziplinär gedacht

Ästhetische (Zahn-)Medizin muss über den Tellerrand schauen. Deshalb gab es parallel zum Kongress zwei Seminare zu den Themen Hygiene und Praxismanagement. Geleitet wurden sie von Iris Wälter-Bergob/Meschede und Christoph Jäger/Stadthagen. Hier hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, sich nicht nur auf den neusten Wissensstand auf diesen Gebieten zu bringen, sondern auch Fragen aus dem Praxisalltag an die Referenten zu stellen. Iris Wälter-Bergob bot in ihrem Seminar zudem einen praktischen Teil an, in dem die Teilnehmer sich mit verschiedenen Aufbereitungsmethoden zahnmedizinischer Instrumente vertraut machen konnten. Ein Angebot, das sehr viel Zuspruch fand.

Abgerundet wurden die beiden Tage mit den jeweiligen Mitgliederversammlungen der IGÄM und DGKZ sowie einer Abendveranstaltung mit der Wahl zur „Miss Bodensee“. Diese gewann die 23-jährige Jennifer Seifert aus Hilzingen bei Singen mit 540 Jurypunkten.

 

     

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